Transhumanismus – Die gefährlichste Idee der Welt?

26.11.2018

In der Moderne strebt der Mensch danach, seine Fähigkeiten über das natürliche Maß hinaus zu steigern. Über diese Idee des Transhumanismus, deren Ausprägungen und Folgen für die Gegenwart und Zukunft dreht sich die erste Veranstaltung der Bochum Futurists.

Datum/Zeit
26.11.2018
18:00 - 20:00

Veranstaltungsort
Rottstr5 Kunsthallen


„Innerhalb von 30 Jahren werden wir die Technologie für superhumane Intelligenz besitzen. Kurz danach wird die Ära des Menschen enden.“
(Vernor Vinge, Mathematiker und Informatiker 1993)

Transhumanismus – der nächste Schritt der Evolution?

Mit den Mitteln von Technologie und Wissenschaft strebte der Mensch schon immer danach die Grenzen des Möglichen zu verschieben und sein Dasein zu verbessern. Mit dem Beginn der industriellen Revolution bewegt sich der Mensch aber auch auf eine andere Grenze zu: Die seiner eigenen Existenz. Damit verbunden ist das Streben seine Fähigkeiten über das natürliche Maß hinaus zu steigern. Mit der Idee des Transhumanismus findet dieses Streben seinen Ausdruck.

Der vielleicht einfachste Grund für die Entstehung des Transhumanismus ist es, dass das natürliche biologische Leben mit 80, 90 oder vielleicht auch 100 Jahren endet. Diese Aussicht haben Wissenschaftler, Entrepreneure und Futuristen aus dem Silicon Valley in den 1960er und 70er als unbefriedigend empfunden. Es entstand die Idee, sein eigenes Leben mit Hilfe von Technologie radikal zu verändern und zu verlängern.

Und heute?

Im Alltag trifft man auf transhumanistische Ideen, wenn über „Human Enhancement“ debattiert wird, z.B. beim Einsatz von ADHS Medikamenten zur geistigen Leistungssteigerung, Beinprothesen im Leistungssport bis hin zur Idee durch einen sogenannten Upload den Inhalt des Gehirns in einen Computer zu laden. Über diese Themen wollen wir, die Bochumer Futuristen, mit Ihnen diskutieren.

Montag, den 26.11.2018
von 18:30 – 20:00 Uhr (Einlass 18:00 Uhr)
in den Rottstr5 Kunsthallen


mit:

Dazu haben vier Diskutanten eingeladen, die unterschiedlicher kaum sein können:
Ein Theologe, ein Neurowissenschaftler, ein Künstler und ein Mathematiker.

Prof. Benedikt Göcke

Benedikt Göcke ist Professor für Religionsphilosophie und Wissenschaftstheorie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Er forscht zur Philosophie Karl Christian Friedrich Krauses (1781-1832), zu Fragen der allgemeinen und speziellen Wissenschaftstheorie und zur digitalen Anthropologie.

„Dürfen die Errungenschaften der modernen Wissenschaften genutzt werden, um den Menschen zu verbessern? Oder sollten sie sogar? Die Diskussion der transhumanistischen Agenda hat moderate und radikale Thesen hervorgebracht. Eine Analyse der Argumente der Transhumanisten zeigt, dass eine moderate Verbesserung der biologischen Natur des Menschen moralisch nicht verboten und daher zumindest moralisch erlaubt ist.“

Dr. Christian Klaes

Christian Klaes ist Neurowissenschaftler am Knappschaftskrankenhaus in Bochum. Ein Schwerpunkt seines Labors sind sogenannte Brain-Computer Interfaces, mit denen eine direkte Verbindung des Gehirns mit einem Computer hergestellt wird. Dies soll Patienten mit schweren Lähmungen helfen wieder mehr Selbstständigkeit zu erlangen.

„Wir können hautnah miterleben, wie sich exponentielles technologisches Wachstum anfühlt. Mich interessiert welche Zukunftsperspektiven sich daraus entwickeln werden und wie wir als Menschen damit umgehen sollen.“

Wolfram Lakaszus

Auch wenn von außen nicht auf den ersten Blick erkennbar: In den künstlerischen Projekten von Konzept- und Medienkünstler Wolfram Lakaszus stecken nicht selten sehr aktuelle Technologien. So sind z.B. viele seiner Objekte mit den Methoden des Internet of Things untereinander vernetzt. Unter Einsatz moderner Sensorsysteme entstehen interaktive Objekte und Räume die die Rezipienten zum Spielen und Erforschen verleiten und er versieht mit ihm kooperierende Musiker- und PerformerInnen mit Körpersensoren um deren Ausdrucksmöglichkeiten in den Dimmensionen Klang, Licht und Bewegung zu erweitern.
Wolfram Lakaszus wird anhand von Beispielen zeigen, dass sich KünstlerInnen schon seit geraumer Zeit Technologien bedienen, die nun der selbstoptimierende Homo Perfectus für sich entdeckt hat.

Torsten Nahm

Torsten Nahm arbeitet als Senior Data Scientist bei der DKB im Bereich Künstliche Intelligenz. Ihn faszinieren die Möglichkeit, die große Datenmengen in Verbindung mit maschinellem Lernen eröffnen, um unser Verständnis der Welt zu verbessern und unser Leben zu erleichtern.

„Bis jetzt ist die menschliche Evolution bestimmt durch Zufall und blindes Ausprobieren. Wir Menschen geben uns seit langem nicht damit zufrieden, einfach zu hoffen, dass wir Früchte am Baum finden, sondern betreiben Landwirtschaft. Ich bin überzeugt, dass es an der Zeit ist, dass wir auch unsere Evolution selbst in die Hand nehmen, um die Grenzen der biologischen Natur zu überwinden.“

Moderation: Dr. Markus Dicks

Alle Gäste verbindet das Interesse am Thema „Transhumanismus“ in ganz unterschiedlicher Weise.
Wie genau, dass werden uns die Diskutanten in einem kurzen Eingangsstatement erläutern und anschließend diskutieren, wie die Zukunft des Menschen aussehen kann.

Am Ende wollen wir die Zuschauer auf den Bühne holen – stellen Sie Ihre Frage direkt an die Diskutanten in einem Fish-Bowl. Bei anschließendem Bier, Snacks und technischen Spielereien geht der Abend weiter.

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